Sonntag, 22. März 2009
And it's going round and round... (10. Bericht)
Dann ging es Freitags auf zum ersten großen Roadtrip nach Rotorua, eine Gegend mit sehr hohen vulkanischen Aktivitäten. Es startete wieder die altbekannte Truppe mit dem Wagen in Richtung Norden.Als Autobahn verwöhntes Kind ging es aufjedenfall zu langsam und der Highway 1 der Kiwis entpuppte sich nach kurzer Zeit als einspurige Landstraße mit vielen Kurven. Zudem darf man hier eh nur 100 km/h fahren und das ist mit den Kurven noch nicht mal möglich. So brauchten wir für 450 Kilometer 6 1/2 Stunden. Abends in Rotorua angekommen empfing uns gleich ein wunderbarer Schwefelgeruch der über der gesamten Stadt hing. Nach kurzer Suche fanden wir dann auch unser Backpacker Hostel und vielen mit der ganzen Meute in unser privaten 6 Personen Dorm ein. Das Hostel war ordentlich und sauber und unser mitgebrachtes Bettzeug konnte im Auto liegen bleiben, da sogar alles nötige bereits vorhanden war. Sehr zum Wohlgefallen von Enrico, der somit nämlich immer entspannte Nickerchen im Bettzeug auf der hintersten Rücksitzbank halten konnte. Abends ging es dann in den Irish Pub, der direkt unter unserem Hostel lag. Erst war es toll, ein sehr kurzer Weg nach dem Bier ins Bett. Nachteil war, dass die Party auch ohne uns weiterging und der Schlaf daher erst später möglich war. Aber wir hatten ja auch große Pläne am nächsten Tag.
Am nächsten Morgen ging es dann um 8:30 zum Frühstück und dann auf zum Zydro Zorbing. Beim Zorben wird man in einen überdimensionalen Hamsterball gesteckt und anschließend mit ein paar Zentimetern Wasser im Ball einen Hang runter gekickt. Wir entschieden uns für den Zig-Zag Track und dann gings mit dem Geländewagen den Hang hinauf.
Oben angekommen startete dann der Erste mit einem Hechtsprung durch die kleine Öffnung in den Ball und landete in badewannenwarmen Wasser. Und schon ging die turbolente Lutzi ab. Mit Wasser überall und einigen obskuren Begegnungen mit seinen eigenen Extremitäten ging es dann denn Hang hinunter. Die Begrüßungen mit der nächsten Wand ließen einen ziemlichen durcheinander purzeln und es erhärtete sich die Feststellung, dass warmes Wasser in der Nase auch nicht besser ist als kaltes Wasser.
Dann war der wilde Trubel auch schon wieder vorbei und man flutschte am Fuße des Hanges wieder hinaus. Unten angekommen waren wir uns nicht so sicher über das Ereignis.So dass wir das ganze ein zweites mal antraten. Um sicher zu gehen, dass es auch wirklich Spaß macht ;-) Das Ergebnis war: ja.
Gut durchgeschüttelt ging es dann anschließend raus zum Kaituna River zum Rafting. Dort angekommen wurden erst einmal alle Klischees bedient. Eine Holzhütte mit angegliedertem Beachvolleyballfeld, Jack Johnson Musik dröhnte aus den Lautsprechern und die Guides waren Maoris, Rastaträger oder auf eine andere Art und Weise n bisl ausgeflippt. Nach kurzem umziehen bekamen wir dann auch unsere gelbe Schwimmwesten und einen fantastischen gelben Plastikeimer für den Kopf. Und während unsere Guides mit ihren Minispezialrettungswesten und den ergonomisch und schwungvoll getrimmten Helmen wie die Helden des Flusses aussahen waren wir die Tourikombo, die wie meißtens, etwas lächerlich aussahen. Tja, da Schlage ich mal den Bogen zu Skilehrern in ihrer Kluft ;-) Dann ging es auch schon mit einer bunten Truppe, die meißten natürlich Amis, in einem Bus mit japanischen Sicherheitshinweisschildern (???) auf zum Fluß. Dort angekommen bestand unsere Boots- Crew aus 4 Deutschen, 1 Italiener, 1 Belgier und 1 Amerikanerin. Nach kurzen Sicherheitshinweisen und einer langsameren Übersetzung der wichtigsten Punkte für Enrico gings auch schon los. Das paddeln hat zu 80% unser Tourguide namens "weiß- ich- nicht- mehr- nennen- wir- ihn- Peter" übernommen und wir haben ansonsten alle ein bißchen verstört alibimäßig gepaddelt. Ich glaube jeder in eine andere Richtung. Aber unsere Hauptaufgabe bestand ja auch nur uns festzuhalten wenn einer schrie "festhalten", uns gegenseitig mit Aalexkrementenschaum zu beschmeißen, andere Boote mit obszönen Gesten zu attackieren oder jemanden ins Wasser zu werfen, oder wenns schlecht lief, geworfen zu werden. Also eine Menge Spass bis wir den höchsten kommerziellen Raftingwasserfall der Welt erreichten, mit 7 Metern...keine Sorge, war nicht schlimm, dachte ich, weil es ja beim lospaddeln nur gerade aus ging, bis wir dann von der horizontalen in die vertikale Position wechselten. Aber alles gut gegangen.
Unten angekommen waren wir natürlich Helden! Wie die schätzungsweise 4 Millionen anderen Touristen, die den Wasserfall schon runter gefahren sind... Nachdem man spätestens nach diesem Wasserfall tiefstes Vertauen zu seinem Guide aufgebaut hat, kommt es natürlich anders... er sagte nur zu mir " Raise your arm", ich hebe den Arm, "Okay you are my Volunteer, go in front of the boat on your knees". danach steuerten wir einen kleinern Wasserfall von unten an und ich befand mich die meißte Zeit irgendwo zwischen Boot, Wasser und Himmel. Am Ende sind wir alle heile und glücklich angekommen und sind wieder zurück gefahren. Die Raftingfoto-CD sollte dann geschmeidige 14 € kosten. Da dachte ich mir nur, was würde Mama jetzt machen?!Daraufhin habe ich die Freundin unseres Belgiers angesprochen, der mit uns im Boot war. Diese ist nämlich nicht im Boot sondern im Betreuungsauto mitgefahren. Das hieß sie hat die gleichen Fotos gemacht... Wenn jetzt alles gut läuft, bekommen wir in den nächsten Tagen die Bilder per mail zugeschickt. Hoffen wir mal.
Abends ging es dann zu der Maori- Kultur- Super- Touri- Veranstaltung. Das hieß, rein in die Busse mit 200 Leuten und vor die Tore des Freilichtmuseum Maori Dorfs. Dort gab es dann ein Maori Dorf zu besichtigen, Volkstänze zu betrachten und abschließend ein große Buffet. Danach ging es dann mit unserer äußerst agilen Busfahrerin namens Florence zurück und die verschiedenen Nationalitäten mussten landestypische Lieder mit ihr singen. Wir einigten uns dann auf den deutschen Superhit: Ein hoch auf unseren Busfahrer. Sie dagegene sang " and it's going round and round..." und fuhr mit unserem Bus erst mal 6x im Kreisverkehr im Kreis. Danach waren wir alle doch sehr geschafft von diesem ereignissreichen Tag und der Abend wurde schnell beendet. Nur die Leute im Irish Pub waren wohl noch nicht müde...
Um 8 Uhr ging es dann am Sonntag wieder zum Frühstück und dann flott weiter zum Wai o Tapu Thermal Wonderland. um 10:15 bricht dann dort der Lady Knox Geysir aus. Das lässt sich anscheinend auch ganz wunderbar steuern. Damit der Geysir ausbricht wird einfach ein wenig Seife reingeworfen und nach kurzem blubbern und schäumen gehts dann rund. Herrlich touristisch wieder.
Danach sind wir dann durch das eigentliche vulkanische Gebiet gelaufen. An giftgrünen Seen (war für mich ein riesen See von Hannes Grünem...selbe Farbe) den Mondlandschaften, dem Champagner Pool mit seiner Rotfärbung und den blubbernden Schlammseen vorbei.
Dazu ein schwefliger Geruch in der Luft.
Danach ging es dann wieder auf den Rückweg. Dabei wurde ein kleiner Stop eingelegt, um bei einem kalten Bier den Sonnenuntergang zu betrachten. Mit dem Erfolg, dass Bier an dem Strand verboten war und die Sonne auch schon untergegangen war ;-) Damit endete dann auch unser rund um gelungener Roadtrip und wir starteten in die neu Woche.

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